TILL SCHENK: IRONMAN'S GRAVEL-ADVENTURING MC

Wer in den letzten Jahren bei einem Ironman auf Lanzarote oder bei irgendeinem anderen Ironman in Europa war, ist dort vermutlich Till Schenk begegnet oder hat zumindest von ihm gehört. Till ist Speaker und Moderator, Triathlet und Radsportler mit Hang zum Abenteuer. Zusammen mit einem Freundespaar ist Till vom spanischen Girona in die italienische Toskana gefahren, um mit seinem Gravel-Bike bei der Eroica NOVA teilzunehmen und bei dieser Gelegenheit auch gleich unsere neue Offroad-/Gravel-Kollektion zu testen. Nach dem Interview haben wir Till interviewt.

Santini: Danke, dass wir dir hier einige Fragen stellen können. Till, du bist seit ungefähr zehn Jahren Speaker bei wichtigen internationalen Triathlon-Events und anderen Sportveranstaltungen. Kennengelernt haben wir uns durch deine Kooperation am Projekt Eroica NOVA. Was hat dich denn eigentlich zum Gravel-Biken gebracht, und wie kommt es, dass du dich für diese Form des Abenteuers begeistert hast?

Till Schenk: Um das Jahr 2010 herum litt ich an einer extrem schweren Form von Drüsenfieber, das meine Organe kompromittiert hat. Die Ärzte sagten mir damals, dass ich nie wieder Ausdauersport würde treiben können. Ich hatte mir daraufhin vorgenommen, einen Ironman zu schaffen, um zu beweisen, dass die Ärzte falsch lagen. Das gelang mir im Jahr 2014. Daraufhin habe ich einen enormen Ehrgeiz entwickelt und zwei Jahre weitergemacht, bis mir klar wurde, dass meine Einstellung nicht zu traditionellen Wettkämpfen passt. Nun entwickle ich peu à peu immer mehr Projekte, bei denen ich echte Abenteuer erleben kann.

SMS:Hat dieses wahnsinnige Jahr 2020 deine Pläne durcheinandergebracht?

Till Schenk: Mein 2020 war sicher nicht ideal. Aber neulich habe ich mich mal hingesetzt und geguckt, was ich dieses Jahr alles geschafft habe. Den Beginn des neuen Jahrs habe ich mit einem Freund in der Wüste Westafrikas erlebt, und zwar in dem Teil der Westsahara, der zu Mauretanien gehört. Ich hatte mein Gravel-Bike dabei und den Plan, damit 3.200 Kilometer durch die Wüste bis nach Gambia zu fahren. Wir haben Gegenden durchquert, von denen ich gar nicht gewusst hatte, dass es sie gibt, wie zum Beispiel die fünf Kilometer Niemandsland komplett ohne jede Infrastruktur zwischen der marokkanischen Westsahara und Mauretanien. Es war einfach fantastisch. So hat mein 2020 begonnen.

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WER HAT LUST AUF DIE „STUPID SEVEN”?

SMS:Für dieses Jahr hattest du auch etwas geplant namens The Stupid Seven – sieben Everestings in sieben verschiedenen Ländern und an sieben Tagen. Hast du es durchgezogen?

Till Schenk:Es sollte ein Weltrekord werden. Das heißt, für meinen Freund Robson (Lindberg) war es ein Weltrekordversuch. Für mich war es eher ein „Mal schauen, was mein Körper bei dieser Herausforderung schafft“-Projekt. Leider konnten wir den Plan nicht fertigstellen, weil er durch die neuen COVID-Regeln modifiziert wurde, die genau in diesen sieben Tagen gültig wurden. Wir arbeiteten bereits an Alternativen zu den Alternativen. Und dachten dann: „Okay, das war’s, wir haben keine Chance“. Doch letztendlich haben wir tatsächlich ein außergewöhnliches Abenteuer zu Ende gebracht.“

SMS: Jetzt, wo das Jahr 2020 seinem Ende zugeht, blickst du in die Zukunft und planst bereits ein neues Abenteuer?

Till Schenk:Absolut. Gerade arbeite ich an einem Projekt in der Antarktis. Aber auch in diesem Jahr versuchen wir noch, aktiv zu bleiben, und auch aus diesem Grund bin ich die Partnerschaft mit Santini eingegangen. Ursprünglich hatten wir Santini gefragt, ob sie sich am Projekt Seven Everest beteiligen wollen und haben das Unternehmen besucht. Danach wurde wir zum Event Nova Eroica eingeladen, und das wiederum war Anlass für ein Foto- und Video-Shooting der neuen Offroad- und Gravel-Linie von Santini. Die Tour war ein exklusives Foto-Shooting, dessen Ziel nicht Produktfotos für einen Katalog waren. Wir wollten vielmehr eine Geschichte erzählen.

SMS:In die Toskana bist du auf ziemlich ungewöhnliche Weise gereist, stimmt’s?

Till Schenk:Stimmt. Wir haben beschlossen, nicht zu fliegen, sondern einen Lieferwagen zu mieten. Es war ein fantastischer Road-Trip. Wir haben in den Bergen oberhalb von Monte Carlo gecampt und dann drei großartige Tage in den Weinbergen der Toskana verbracht. Dort haben wir auf einem total schönen Bauernhof gewohnt, mit Weinbergen und Tieren und typischen Spezialitäten. Wir haben großartig gegessen und Wein getrunken und fantastische Touren gemacht. Und dann sind wir bei der Nova Eroica gestartet.

SMS:Diese Reise hast du gemeinsam mit Freunden angetreten, richtig?

Till Schenk:YJa. Mit einem Paar aus Girona: Clayton Anderson und Molly Supple. Beide Amerikaner. Er arbeitet für Social Media bei Specialised, während sie ihre eigene Marketingagentur hat. Beide sind echte Abenteuer-Biker. Clayton hat schon verschiedene Transkontinental-Fahrten hinter sich. Molly hat nach dem Lockdown in diesem Frühjahr ihr Gravel-Bike genommen, ist mit dem Zug zur spanischen Küste gefahren und ist dort zu einer abenteuerlichen Pyrenäenfahrt gestartet. Für uns alle drei geht es beim Radfahren nicht so sehr um die Teilnahme an Wettkämpfen, sondern mehr um Erlebnis und Abenteuer. Koffer packen, in der frischen Luft unterwegs sein, im Zelt übernachten und neue Orte kennenlernen. In der Morgendämmerung aufstehen, auf einem Berggipfel Kaffee kochen. Das ist es, was wir suchen.

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WENN EIN GRAVEL-BIKER ZUM ERSTEN MAL BEI DER NOVA EROICA STARTET

SMS: Warst du früher schon mal bei einer EROICA mitgefahren?

Till Schenk:Nein, es war das erste Mal. Die Nova Eroica ist mit Sicherheit eine großartige Veranstaltung für alle, die mit Gravel anfangen wollen, vor allem wegen der hinreißend schönen Locations. Alles war schlichtweg unglaublich. Atemberaubende Sonnenuntergänge, sanft geschwungenen Hügel und Weinberge, Schottersträßchen, gutes Essen. All das hat die gesamte Reise wirklich unvergesslich gemacht. Einmal haben wir eine Tour in der Gegend von Siena gemacht und dabei verschiedene Weingüter und ihre Keller besucht. Ich erinnere mich an ein Gut, das in seinem Verkostungsraum eine Kollektion historischer Rennräder hatte und dazu Trikots von Profifahrern. Ein absolut fantastisches Plätzchen.

SMS: Bei der Nova Eroica hast du die neue Santini-Kollektion für Offroad und Gravel getragen. Was war dein Lieblingsteil?

Till Schenk: Mein neues Lieblingsteil ist das Langarm-Hemd (A.d.R.: ein langärmeliges Hemd mit Kragen und Knöpfen wie ein elegantes Herrenhemd, aber eigens zum Radfahren gemacht – bald auch auf unserer Website erhältlich). Ich habe aber auch die Gravel-Shorts und die lange Radhose getragen, die mich überrascht haben. Doch das Hemd mochte ich zweifelsfrei am allerliebsten. Es ist einfach perfekt, schön warm und hat sich den ganzen Tag über nie aufgeheizt, auch nicht, als die Sonne rauskam. Man kann die Ärmel hochziehen; es hat Stil und eine bequeme Rückentasche. Und man kann es nicht nur beim Biken tragen, sondern auch in der Freizeit, zum Beispiel zum Essengehen. Ein Funktionsteil, aber mit Klasse. Ihr werdet euch alle noch in dieses Hemd verlieben.

SMS: Die Santini-Designer haben bei unseren Gravel-Radhosen einige neue Details ergänzt. Was hältst du davon?

Till Schenk: Die lange Gravel-Radhose hat mich echt überrascht. Ich kann nicht genau sagen, warum, vielleicht liegt es am Sitzpolster. Normalerweise trage ich keine langen Radhosen beim Biken. Aber bei dieser Tour habe ich sie echt geliebt und mit Freude jeden Tag angezogen. Sie passt sich perfekt an den Körper an und das Sitzpolster ist einfach fantastisch. Dazu kommt, dass ich eigentlich immer der Typ war, der keine Seitentaschen mag. Aber die Seitentasche bei dieser Gravel-Hose ist wirklich nützlich und praktisch, speziell um das Handy darin aufzubewahren, das ich dadurch jederzeit in Griffweite hatte.

SMS: Danke für dieses Interview! Wir hoffen, dass dir das Jahr 2021 neue, tolle Möglichkeiten für einzigartige Abenteuer auf deinem Bike bietet.

Till Schenk:Danke!

Photo credits: JAMES MITCHELL

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